Besseres Niederländisch − trotz Pandemie

door Regina Coeli

Kirsten Meyer ist im münsterländischen Mettingen Präsidialassistentin in Draiflessen, 2009 auf private Initiative der Unternehmerfamilie Brenninkmeijer gegründet. Draiflessen beherbergt ein Museum (Draiflessen Collection) sowie ein Veranstaltungszentrum (Draiflessen Conference). In der Draiflessen Collection kann neben wechselnden Kunstausstellungen auch eine Dauerleihgabe aus der Unternehmerfamilie Brenninkmeijer, Bücher, Grafiken und Gemälde aus dem 15. bis 17. Jahrhundert, besichtigt werden. Draiflessen Conference veranstaltet seit 2014 die Konzertreihe meetMUSIC. Mitglieder der weitverzweigten niederländischen Familie mit westfälischen Wurzeln, auf die die Modekette C&A zurückgeht, nutzen Draiflessen als Treffpunkt. 

© Draiflessen Collection, Fotografie: Angela von Brill

In Meyers Funktion ist Kommunikationsfähigkeit unabdingbar – und auch in niederländischer Sprache äußerst hilfreich. Für sie Grund genug, einen Intensivkurs in Vught zu absolvieren. Er fand im Sommer 2021 statt. Im Gespräch berichtet sie von ihrem Sprachkurs mitten in der COVID-19-Pandemie.

Wofür genau benötigen Sie Niederländisch-Kenntnisse?
In erster Linie im beruflichen Umfeld. Wir haben im Museum und darüber hinaus viele Gäste und Besucher, die Niederländisch sprechen. Auch im Kontakt mit den Mitgliedern der Familie Brenninkmeijer helfen entsprechende Sprachkenntnisse ebenfalls, obwohl die ganze Familie sehr gut Englisch spricht. Bei uns gehört Niederländisch gewissermaßen zum guten Ton des Hauses. Zudem habe ich persönlich auch seit Kindertagen eine besondere Affinität zu unserem Nachbarland. Unter anderem auch auf Grundlage der damaligen Städtepartnerschaft zwischen Mettingen und Raalte. Mein Ziel war es, ad hoc auf Niederländisch antworten zu können, meinen Wortschatz zu erweitern und mehr Sicherheit beim Sprechen zu gewinnen. Kurzum, weg vom „Campingplatzniederländisch“…

Wie kam der Kontakt zum Language Institute Regina Coeli zustande?
Auf Empfehlung.

Welche Art von Sprachkurs haben Sie gebucht?
Einen einwöchigen Intensivkurs vor Ort in Vught.

Inwieweit hat die Corona-Pandemie den Ablauf Ihres Kurses beeinflusst?
Den Starttermin habe ich aufgrund einer Impfung verschieben müssen. Letztlich begann das Training Anfang August 2021. Ich wäre auch nicht in einer Phase in die Niederlande gereist, wo bei der Rückkehr nach Deutschland eine Quarantäne erforderlich gewesen wäre. Beim Check-in im Institut habe ich zunächst eine FFP2-Maske getragen, dann aber festgestellt, dass das zu diesem Zeitpunkt in den Niederlanden nicht gefordert war und entsprechend allgemein nicht praktiziert wurde. Entsprechend habe ich hinterher auch keinen Mund-Nasenschutz mehr aufgesetzt.

Haben Sie sich sicher gefühlt?
Ja, das Schutzkonzept wirkte insgesamt schlüssig auf mich. Auf größtmögliche Sicherheit für Mitarbeiter und Kursteilnehmer wurde sehr geachtet. Der Mindestabstand wurde wirklich konsequent eingehalten. Es gab beispielsweise klare Laufwege, ein „Einbahnstraßensystem“, Einzelbüros, Schutzscheiben in 1:1-Situationen, Kleingruppen von maximal vier Personen, Unterricht an der frischen Luft und einen kontaktlosen Service bei den Mahlzeiten. Das Essen wurde von jedem einzelnen Sitzplatz per App bestellt. Insgesamt wurde man wirklich bestens umsorgt und fühlte sich zu keinem Zeitpunkt in irgendeiner Form allein gelassen, was einem in Summe ein sehr gutes Gefühl vermittelte. Ich konnte mich wirklich auf das Lernen konzentrieren.

Was ist Ihnen noch in Erinnerung geblieben?
Die Aufmerksamkeit und Flexibilität aller Mitarbeiter im Institut. Es wurde immer auf meine Bedürfnisse eingegangen. Stärker noch − sie wurden mir buchstäblich von den Augen abgelesen. Und es wurde mitgedacht. Im Zusammenhang mit einer Beerdigung hatte ich während meines Aufenthaltes einige Dinge zu regeln und habe dabei volle Unterstützung erhalten. Auch der Besuch eines Mitglieds der Familie Brenninkmeijer während der Trainingswoche wurde ermöglicht. Dabei konnten wir die Infrastruktur des Instituts vollumfänglich nutzen. Das ganzheitliche Lernkonzept unter Einbeziehung von Körper, Geist und Seele wurde tatsächlich erfolgreich umgesetzt und hat mich sehr angesprochen. Gefallen hat mir ebenfalls, dass konsequent auch der kulturelle Hintergrund vermittelt wurde. Mir wurde deutlicher, was man wie sagt. Das senkt die Gefahr, ins „Fettnäpfchen“ zu treten. Aus diesem Themenfeld würde ich in Zukunft gerne noch mehr erfahren. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Offenheit und Zugewandtheit des kompletten Teams. Zum Beispiel habe ich in Absprache auch verschiedene Kataloge unserer Ausstellungen im Institut gelassen, die nun auch im Rahmen anderer Sprachkurse eingesetzt werden können.

Haben Sie Ihr Lernziel erreicht?
Ich habe sehr große Fortschritte gemacht und mein persönliches Etappenziel erreicht. Die Herausforderung stellt die Anwendung der erworbenen Fähigkeiten im Alltag dar. Ein weiterer Aufenthalt ist geplant. Übrigens nicht nur zum Lernen und zur weiteren Vertiefung, sondern auch zum „Netzwerken“. In Vught habe ich sehr interessante Kontakte knüpfen können. Der Aufenthalt war wesentlich mehr als ein reines Sprachtraining. Mit „Taaltrainerin“ Maartje von Rije − meiner ersten Ansprechpartnerin während meines Aufenthalts bei Regina Coeli – tausche ich mich weiter regelmäßig aus. Dies empfinde ich beruflich und persönlich als echten Gewinn.

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